2.4 Argumente für und gegen Kulturentwicklungsplanung

Für die Durchführung einer Kulturentwicklungsplanung können sowohl Argumente als auch Gegenargumente angeführt werden: [6]

Pro & Kontra Kulturentwicklungsplan:
Argumente für Kulturentwicklungsplanung Argumente gegen Kulturentwicklungsplanung
Die Erarbeitung kulturpolitischer Ziele führt dazu, dass Kunst und Kultur besser profiliert und gezielter gefördert werden können. Kultur an sich ist nicht planbar.
Kulturelle Einrichtungen und Akteur_innen benötigen Planungssicherheit. Die Planung benötigt zeitliche und finanzielle Ressourcen.
Eine Kulturentwicklungsplanung kann einen detaillierten Überblick über den Kunst- und Kulturbereich eines Untersuchungsgebietes liefern, inklusive einer Darstellung von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Die Planung und deren Umsetzung ist zu sehr von politischen Entscheidungsträger_innen, den Entscheidungsträger_innen der zuständigen Behörden und den für die Planung verantwortlichen Personen abhängig.
Kulturentwicklungsplanung kann zu einer Erweiterung des Handlungsspielraums führen, indem Doppelgleisigkeiten aufgezeigt, bislang falsch
eingesetzte Ressourcen für neue Aufgaben eingesetzt oder überhaupt neue Ressourcen geschaffen werden können.
Es gibt keine normierten Regeln für die Vorgehensweise bei einer Kulturentwicklungsplanung. Die Nachvollziehbarkeit des Verfahrens ist daher nicht entsprechend gegeben.
Wenn die Umsetzung der Ziele möglichst weitreichend sicher gestellt wird, führt Kulturentwicklungsplanung zu einer Aufwertung des Kunst- und Kulturbereichs. Eine Stärkung des kulturellen Profils, der Aufbau eines positiven Images oder die verstärkte öffentliche Wahrnehmung sind Folgen davon. Ein Kulturentwicklungsplan führt zu Einschränkungen im Handlungsspielraum, vor allem bei den zuständigen Behörden.
Kulturentwicklungsplanung dient der Kulturpolitik dazu, ihre Zielsetzungen zu uüberdenken und neu auszurichten. Die Umsetzung der Planung wird oftmals vernachlässigt bzw. entzieht sich der Kontrolle.
Kulturentwicklungsplanung ermöglicht es, unter Einsatz von partizipativen Methoden die von der Planung betroffenen Personen in die Überlegungen zur zukünftigen Entwicklung des Untersuchungsgebietes mit einzubeziehen. Disziplinenuübergreifende Diskussionsprozesse werden in Gang gesetzt, neue Netzwerke werden geschaffen. Die Gründe für die Erstellung eines Kulturentwicklungsplans sind nicht immer nachvollziehbar bzw. manchmal nur sehr oberflächlich (z. B. die bloße Aufwertung des Images einer Stadt).
Neue bzw. bislang noch wenig beachtete Felder und Themen können im Zuge einer Kulturentwicklungsplanung einen höheren Stellenwert in der Kulturpolitik erlangen. Ein Planungsprozess birgt Konfliktpotenzial in sich, da bestehende Strukturen und Verhältnisse verändert werden, insbesondere durch eine eventuell durchgeführte Prioritätensetzung. Für einzelne Einrichtungen und Akteur_innen entstehen dadurch Nachteile.
Moderne Kulturentwicklungsplanung ist Stadtplanung und somit Teil davon, dass eine zukunftsfähige Entwicklung von Städten oder Regionen sichergestellt wird. Mittel- und Langfristige Festschreibungen von Zielen können dazu führen, dass zum Planungszeitpunkt noch nicht berücksichtigte oder absehbare Entwicklungen nicht entsprechend berücksichtigt werden.

Tabelle 2.1: Argumente für und gegen Kulturentwicklungsplanung

Fußnoten

  1. vgl. Arnstein 1969, S. 217 ff.
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