3.11 Stadt – Räume

Die zu Beginn des Kapitels beschriebene Öffnung des Donauraums als kulturelles Areal ist nur teilweise Realität geworden. So wurde der Standort des Musiktheaters im Römerberg aufgrund des negativen Ausgangs einer Volksbefragung nicht realisiert, ebenso wenig eine kulturelle Nutzung des Schlachthofareals. Zukunftsweisend ist die Tabakfabrik als zumindest teilweise kulturell genutztes Areal bereits im KEP enthalten, ebenso der Hafenbereich, wobei bei letzterem widersprüchliche Entwicklungen hinsichtlich einer kulturellen Nutzung zu beobachten sind. Die Ansiedlung einzelner künstlerischer bzw. kreativwirtschaftlicher Projekte wie zum Beispiel die Eröffnung von BOXXOFFICE, einem modularenWork-Office in Containern für kreativ Tätige, im Frühjahr 2011, die Einrichtung eines Pixel Hotels, ein Projekt im Rahmen von Linz09, auf dem Zugschiff Traisen, die Bespielung des Messschiffs “Eleonore” durch die Stadtwerkstatt im Linzer Winterhafen oder die Initiative “Schwemmland” wird begleitet von der Kritik von Künstler_innen und Kunst- und Kulturinitiativen an der zunehmenden Verlandung des Hafenbeckens. [11]

Eine Überprüfung von freien Plätzen und architektonisch wertvollen Industriebauten hinsichtlich ihrer Eignung für kulturelle Nutzungen sowie die Entwicklung entsprechender Konzepte ist bislang nicht in nachvollziehbarem Ausmaß erfolgt.

Umgesetzt wurde hingegen die Weiterentwicklung der Volkshäuser zu “lebendigen Knotenpunkten” in den Stadtteilen, die wie im KEP vorgesehen in sozialer, ethnischer und kultureller Hinsicht gemischt genutzt werden. Der Einsatz ausgebildeter Kulturarbeiter_ innen in den Stadtteilen erfolgte bzw. erfolgt über das städtische Kulturamt. In einem Pilotprojekt wurden zwischen 2000 und 2005 zwei Stadtteilkulturarbeiterinnen für Initiativen in verschiedenen Linzer Stadtteilen eingesetzt. Unterstützung erfahren die Stadtteilkulturinitiativen auch durch den 2005 eingerichteten Förderpreis LinzKultur/4, der allerdings mit 10.000 Euro relativ gering dotiert ist.

Die festgelegte Erhaltung und Schaffung einer qualitätsvollen Infrastruktur bei Wirtshäusern zeigt sich insbesondere daran, dass die Stadt Linz in den letzten Jahren mehrere Gasthäuser aufgekauft hat (z. B. Oberwirt in St. Magdalena, Pöstlingberg Schlössl, Fischer- Häusl in Urfahr, Schwarzer Anker, Gasthaus Urbanides), bei den Märkten u. a. durch die Schaffung zusätzlicher bzw. Erneuerung bestehender Märkte (z. B. der neue Wochenmarkt am Hauptplatz oder die Neugestaltung des Grünmarktes in Urfahr). Eine umfassende Erstellung von Konzepten zur Mitnutzung von Sport- und Freizeiteinrichtungen für kulturelle Zwecke wurde noch nicht verwirklicht.

Als abschließende Zielvorgaben finden sich zwei abstrakte Formulierungen: die Weiterentwicklung der Kulturprogramme im Sommer (Beispiele hierfür wären die Neukonzeption des LinzFestes mit einer inhaltlichen Schwerpunktsetzung und der Verlegung an die Kulturmeile oder der Ausbau der Aktiv-Tage) und die Schaffung bzw. der Ausbau von alten und neuen Räumen und Plätzen für Kunst und Kultur.

Fußnoten

  1. vgl. FIFTITU et al. 2011
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