Georg Steiner

Drei Fragen zum neuen Kulturentwicklungsplan der Stadt Linz:

Georg Steiner
Direktor Tourismusverband Linz


Was erwarten Sie sich konkret vom neuen Kulturentwicklungsplan?
Die positive Entwicklung von Linz in den vergangenen Jahren und die Reaktionen der Gäste habe ihre Ursache in zahlreichen Kulturprojekten, die sowohl durch neue Bauten als auch durch neue Formate hervorgerufen worden sind. Es geht nun darum, diese Entwicklung fortzusetzen. Linz soll als eine der interessantesten Städte Österreichs sich weiterentwickeln können. Dazu bedarf es der Freiheit, Kreativität und der entsprechenden Mitteln im gesamten kulturellen Bereich. Der Kulturentwicklungsplan soll dazu beitragen, dass die positive Entwicklung nach Linz09 fortgesetzt werden kann. Neben der Fortentwicklung von Kulturformaten geht es auch um zusätzliche Vernetzungen, Partnerschaften sowohl zwischen Kultur und Tourismus, aber auch zwischen Kultur und Wissenschaft, Wirtschaft, Sport und weiteren Sparten. Die Kultur in Linz soll auch künftig mehr sein, als “nur” Unterhaltung. Kultur trägt in hohem Maße zur Lebensqualität in der Stadt bei, in dem Themen wie Toleranz, Innovation, gesellschaftliche Entwicklungen mit künstlerischen Mitteln gestaltet, entwickelt und in die Stadt hinein vermittelt werden. “Kultur für alle” soll nicht nur ein Schlagwort sein, sondern Leitlinie für alle Kultureinrichtungen, ihre Angebote so aufzubereiten, dass nicht nur die Experten und Insider angesprochen werden, sondern viele Schichten der Bevölkerung, aber auch die Gäste unserer Stadt. Bei all diesen Erwartungen ist Qualität, Innovation, Internationalität bzw. Vernetzung über Linz und Oberösterreich hinaus ein wichtiges Kriterium und Voraussetzung, damit auch touristische Nachfrage, d.h. zusätzliches Publikum zu erreichen. Der Slogan “Linz.verändert,” soll sich gerade auch im kulturellen Anspruch der Stadt weiter ausdrücken.

Welches Thema ist für Sie das wichtigste, wenn es um die zukünftige kulturelle Entwicklung von Linz geht?
Die Stärkung und Weiterentwicklung der Einrichtungen und Formate, die in den vergangenen Jahren Linz kulturell geprägt haben. Dazu gehören das Ars Electronica Center, die Linzer Museumslandschaft, das neue Musiktheater – aber auch die Theaterlandschaft im Schauspielbereich – sowie die stärkere Betonung großer Künstler, die eine Beziehung zu Linz haben – dazu gehören insbesondere Anton Bruckner, Adalbert Stifter aber auch der Philosoph Ludwig Wittgenstein.

Eine Maßnahme, die Sie gerne durch den neuen Kulturentwicklungsplan verwirklicht sehen würden?
Eine neue Positionierung des Brucknerfestes bzw. generell die Aufwertung von Anton Bruckner – von dem Symphonien über die Orgel bis hin zur Chormusik.

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