Roswitha Kröll

Drei Fragen zum neuen Kulturentwicklungsplan der Stadt Linz:

Mag.a Roswitha Kröll
Verein FIFTITU%-Vernetzungsstelle für Frauen in Kunst und Kultur in OÖ


Was erwarte ich mir konkret vom neuen Kulturentwicklungsplan?
Ein Konzept, das verbindliche Maßnahmen zur kulturellen Entwicklung und Förderung des Lebens in Linz beinhaltet – unter besonderer Berücksichtigung von marginalisierten und/oder diskriminierten Menschen auf Grund von Geschlecht und Sexualität sowie Ethnizität, Alter, Religion, Nation usw. (beginnend bei einem sensiblen Umgang mit Sprache: geschlechtergerechte und barrierefreie Sprache – www.leichtesprache.org). In Bezug darauf die Erarbeitung von kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen deren Umsetzungsschritte nachvollziehbar sowie Zuständigkeiten transparent sind.

Welches Thema ist für mich das wichtigste, wenn es um die zukünftige kulturelle Entwicklung von Linz geht?
Soziale Gerechtigkeit und unbeschränkte Teilhabe – im Hinblick auf Gender, Herkunft, soziale Zugehörigkeit usw. – ist auf allen Ebenen des kulturellen Sektors das Hauptthema des KEP neu. Kulturentwicklung endet nicht bei „gelungenen Veranstaltungen“. Kulturpolitik und  Kulturarbeit hat das Potenzial und die Aufgabe Gesellschaft mit- und umzugestalten. Einer wachsenden Prekarisierung im Feld von Kunst, Kultur und Wissenschaft, die sich in Form von „Neuer Selbstständigkeit, Kleinstunternehmer_innentum, Projektarbeit usw. zeigt und vom Wegfall sozialer und arbeitsrechtlicher Absicherungen gekennzeichnet ist, muss entschieden entgegen gewirkt werden.

Eine Maßnahme, die Sie gerne durch den neuen Kulturentwicklungsplan verwirklicht sehen würden?

Eine ist zu wenig. Die Einführung von Gleichstellungszielen (http://no-racism.net/article/17) mit verbindlichen Maßnahmen. Die Ausweitung des Symmetrieberichts der Stadt Linz auf alle städtischen Kultureinrichtungen. (Büro Linz Kultur, AEC, LIVA mit Brucknerhaus, Posthof und Kinderkulturzentrum Kuddelmuddel, Musikschule der Stadt Linz, VHS-Stadtbibliothek Linz, Lentos Kunstmuseum, Stadtmuseum Nordico). Verbindliche Quoten und aktive Frauenförderung. Die städtischen Kultureinrichtungen werden beauftragt (ohne ein „bzw. ersucht“) bei der Nachbesetzung  von Positionen aktiv qualifizierte Frauen zu suchen – dafür muss ein Vorgehen festgelegt werden. 50% Frauen – Quoten auf allen kulturellen Ebenen der Stadt Linz:
Führungspositionen, Aufsichtsräte, Jurys, Gremien, Verwaltung, Förderungen, Preise, etc., Gendersensibles Projektmanagement, Geschlechtersensible Budgeterstellung, und, und, und.

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