Vortrag Kepler Salon: Kunst, Politik und Aktivismus. Wie sollen wir uns organisieren? (16.4.2012)

Soziale Bewegungen neigen zur Institutionalisierung: Aus Streikenden werden Gewerkschaften, aus Hausbesetzungen Genossenschaften, aus jungen KonzertveranstalterInnen Kulturvereine, aus Kunstvereinigungen DienstleisterInnen. Diese Entwicklung ist zweischneidig: Einerseits gewinnen solche Institutionen im Idealfall an politischer Relevanz, sie werden offizielle Ansprechpartner für Behörden, Medien und Politik. Sie können ihre Macht zur Durchsetzung gesellschaftlicher Ziele einsetzen und kontinuierlich soziale, politische und kulturelle Arbeit leisten. Andererseits fördert das Verfestigen von Strukturen auch die Bürokratisierung, die Hierarchisierung, Autopoiese und den Verlust von Radikalität. Ursprüngliche Forderungen verlieren an Schärfe, AktivistInnen werden zu FunktionärInnen. Aktenordner stapeln sich, Sympathien verfliegen.
Mit einem „Kamingespräch“ soll geklärt werden, welche Organisationsform welchem Zwecke dient, wie die Organisationsformen der Zukunft auszusehen haben und warum speziell in Österreich so gern soziale und künstlerische Aktivitäten in Vereinen, Initiativen und ähnlichen Institutionen gebündelt werden – Stichwort Vereinsmeierei. Wann machen temporäre Assoziationen Sinn, wann die politische Institutionalisierung? Was kann man als KünstlerIn, AktivistIn oder PolitikerIn aus den Erfolgen und Fehlern der sozialen Bewegungen lernen?

Eine begleitende Veranstaltung zum Projekt “Kulturentwicklungsplan neu” (KEP neu) in Kooperation mit Linz Kultur.

info@kepler-salon.at / www.kepler-salon.at

Dieser Beitrag wurde unter Dokumentation veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.